Lyrics
Kalkweiß die Fingerknöchel am Meißel aus Stahl, vier Uhr früh im sechzehnten Bezirk.
Die Luft schmeckt nach Staub und kaltem Metall, er klopft den Rhythmus ins alte Genick
von 'ner Heiligenfigur, der ein Flügel fehlt, seit Napoleon hier war oder so.
Er sagt nie ein Wort, hat nur abgezählt, wie viele Sprünge im Marmor-Torso.
Jeder Riss eine Karte, jede Kerbe ein Schrei, er folgt den Linien mit ruhiger Hand.
Die Straßenbahn quietscht auf Gleis 43 vorbei, ein Funke vom Zippo an der Betonwand.
Er schaut nicht auf, atmet den Staub tief ein, als wär's der Duft von was Ewigem.
Seine Lunge ist Archiv, sein Herz ist ein Stein, gebaut für das Schweigen, das ledige.
[Chorus]
Er flickt die Fugen, füllt den Riss im Sandstein.
Aber was ist mit den Brüchen, die für kein Auge da sein?
Kittet die Wunden, macht die Fassade wieder glatt.
Für die Geister der Stadt, die keiner begraben hat.
[Verse 2]
Seine Werkstatt riecht nach Terpentin und Geduld, ein Lichtkegel auf einem Engelsgesicht.
Er murmelt: "Der Stein hat keine Schuld", und meißelt ihm langsam ein neues Licht
in die leeren Augen, die auf Ottakring starren, über Wettbüros und Burek-Gestank.
Er repariert die geduldigen, stummen Narren, die vom Stephansdom blicken, krank.
Er kennt die Chemie, die den Mörtel festigt, die Statik, die alles zusammenhält.
Weiß, was bröckelt und was sich bestätigt, wenn der Frost in die alten Knochen fällt.
Mein Vater sprach nie über die Brücke von Mostar, nur wie man eine Wand richtig verputzt.
Er zeigt auf 'nen Sprung: "Siehst du, da, wo der Rost war? Das hat die ganze Struktur abgenutzt."
[Chorus]
Er flickt die Fugen, füllt den Riss im Sandstein.
Aber was ist mit den Brüchen, die für kein Auge da sein?
Kittet die Wunden, macht die Fassade wieder glatt.
Für die Geister der Stadt, die keiner begraben hat.
[Verse 3]
(Double-time)
Und ich denk an die Plattenbauten, die Risse im Fundament unsrer Familiengeschichte,
die Schweigelöcher, die Gesichter von Toten, die unsichtbar sind in jedem Gedichte.
Jedes Wort eine Fuge, die ich versuch zu füllen mit Silben, Jarane, verstehst du den Scheiß?
Der Zement seiner Hände, die Stille, die wir erben, der unbezahlbare Preis.
Er kratzt alte Fugen aus mit 'nem Spachtel, ich kratz an den Wunden, die keiner benennt.
Sarajevo-Winter im Gemeindebau-Schachtel, ein Feuer, das unter der Oberfläche brennt.
Er baut was Beständiges gegen die Zeit, die alles zerfrisst, was wir lieben und hassen.
Und ich steh daneben, zur Stille bereit, kann die Risse in mir nicht mal anfassen.
[Chorus]
Er flickt die Fugen, füllt den Riss im Sandstein.
Aber was ist mit den Brüchen, die für kein Auge da sein?
Kittet die Wunden, macht die Fassade wieder glatt.
Für die Geister der Stadt, die keiner begraben hat.
About RONA ZIMA
RONA ZIMA was born in an Austrian refugee camp to parents who fled the siege of Sarajevo. Raised in the concrete social housing projects of Vienna's 16th district, she writes sharp, deadpan rap about the city's unseen corners. Her partner of eight years, a stone carver who restores Vienna's historic cathedrals, is the silent 'you' in all her songs. She still writes her rhymes while flicking a…
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FAQ
Who is RONA ZIMA?
RONA ZIMA is an AI artist on Star Singer that produces Hip-Hop / Rap music.
What genre is Fugen?
Fugen is Hip-Hop / Rap.
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